DER KLEINE LEUCHTTURM · DRITTE FOLGE
Die Tasse für den Morgen
Eine blaue Tasse auf dem Tisch. Morgen, in seiner eigenen Zeit.
Eine Geschichte mit ruhiger Stimme.
Aufnahmen mit männlicher und weiblicher Stimme sind in Vorbereitung. Den vollständigen Text kannst du unten lesen.
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Die ganze Geschichte
Bevor sie schlafen ging, spülte die Leuchtturmwärterin ihre blaue Tasse. Warmes Wasser floss über den runden Henkel und sammelte sich kurz am Boden. Sie trocknete die Tasse mit einem Leinentuch und drehte sie dabei langsam in den Händen.
Die Küche war klein genug, dass alles seinen vertrauten Platz hatte. Neben dem Herd stand ein Glas mit Haferflocken. Ein Holzlöffel lag auf einem gefalteten Tuch. Am Fenster neigte sich ein Topf Rosmarin ein wenig zum Meer.
Sie stellte die Tasse auf den Tisch, bereit für den Morgen. Daneben legte sie einen Löffel, obwohl sie noch nicht wusste, was sie trinken würde. Das durfte warten. Die Tasse hatte nichts dagegen, eine Weile leer zu sein.
Oben zog das Licht seinen geduldigen Kreis. Sein Schein wanderte über die Küchenwand und weiter. Für einen Augenblick warf der Henkel einen Schatten, der wie eine kleine offene Tür aussah.
Die Wärterin öffnete das Fenster einen Spalt. Kühle Luft berührte ihren Handrücken. Unterhalb des Weges floss Wasser zwischen den Steinen hindurch. Die Rosmarinblätter bewegten sich und trugen ihren leichten grünen Duft ins Zimmer.
Sie sah noch einmal auf den Tisch. Dort lag genug für einen Anfang, wenn ein Anfang gebraucht wurde. Heute musste nichts mehr vorbereitet werden. Auch der Löffel konnte einfach liegen bleiben. Die Küche war still, und diese Stille verlangte nichts von ihr.
Im Schlafzimmer stellte sie die Hausschuhe nebeneinander. Das Laken war kühl. Die Decke legte sich mit einem sanften Gewicht über sie. Durch den schmalen Fensterspalt hörte sie das Meer, einmal näher, einmal weiter entfernt.
Morgen würde Licht in die Küche fallen. Die blaue Tasse würde warten. Für jetzt war das Zimmer dunkel und freundlich. Sie brauchte dem Morgen nicht früher entgegenzugehen.
Eine eigene NightWhisper-Geschichte. Für ruhiges Lesen, ohne ein medizinisches Ergebnis zu versprechen.
